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Cover des Romans Die Hängematte und die Kolibris (Le Hamac et les Colibris) von Karine Baridon: eine rothaarige Frau liegt in einer weißen Hängematte auf türkisfarbenem Grund, über ihr drei bunte Kolibris, ein Komet zieht über den Himmel

Titel

Die Hängematte und die Kolibris

Meine Feder ist mein „Nein“.

Karine Baridon

Widmung

Danke, mein angebeteter Wikinger,
ich habe herzlich gelacht, und das ist alles Gold der Welt wert!
Weißt du, dass es „den Wikinger“ nie gegeben hat?

Coraline.


Anmerkung der Autorin

Bitte interpretier meinen Roman nicht. Leb deinen eigenen.

🎧 Hörbuch (auf Französisch) — Kapitel 1, Der Wikinger streift durch die Garrigue

Das Lied zum KapitelSpotify


Die Hängematte und die Kolibris. Ein Roman von Karine BaridonKapitel 1 —
Der Wikinger streift durch die Garrigue…

Mottos

Ich bin wütend! Und zu klarsichtig, um es zu bleiben. Lieber lachen und frei sein, als recht haben und heulen. Bleiben wir bescheiden! Nein zum Pathos, ja zur Würde der Sündenböcke. Zärtlicher Humor und fröhliche Heilung.


Man muss die Wolken nicht wegpusten. Einfach den Sonnenuntergang abwarten, dann fangen sie Feuer… Herrlich!


Der Text

Arbeitsübersetzung, wird noch von Muttersprachlern gegengelesen.

Kapitel 1 des Romans Die Hängematte und die Kolibris: Blick aus Coralines Auto durch das offene Fenster; der Wikinger geht eine sonnige Gasse im Süden hinunter, hellblaues Hemd, sandfarbene Hose, den Blick in die Ferne gerichtet — er sieht sie nicht

Komischer Zufall… Diese Woche bin ich ihm zweimal über den Weg gelaufen, von Weitem. Ihm. Dem Wikinger, dem echten. Charismatisch wie eh und je. Dasselbe Engelsgesicht, dieselbe Sonnenaura, dieselben Krokoboots. Dieselben Hände, reine Wunderwerke! Zwei Skulpturen von Michelangelo… voller Schmieröl. Dasselbe Blut, vermutlich leicht in Bier getränkt…

Damals sagte er, er komme runter, um mich zu sehen… Offensichtlich kommt er nicht mehr deswegen. Er macht hier Urlaub, aus Gewohnheit… das gibt ihm Sicherheit. Nichts hat sich geändert…

Zwei Tage später entdecke ich, ganz ohne Absicht, dass ich ein LinkedIn-Profil habe. Ach was?! Wohl ein Überbleibsel aus meinem Leben vor dem großen Reset… Ich schaue nach: zwei Aufrufe! Aha, bestätigt: Dieses Profil ist komplett veraltet. Es stammt eindeutig aus der Zeit vor dem Update. Hatte ich total vergessen…

Und mitten in diesem großen Nichts fällt mir ein kleiner roter Punkt ins Auge. Anscheinend gibt es etwas Neues für mich, garantiert Werbung oder eine LinkedIn-Benachrichtigung… Reflexartig klicke ich:
— Der Wikinger hat sich vor zwei Tagen Ihr Profil angesehen.

BUMM! Wie eine Ohrfeige! Das ist doch Absicht! Ich habe das ungute Gefühl, dass er mich aus der Ferne beobachtet… heimlich… und auf einmal, ohne Vorwarnung, steigt in mir eine WUT hoch!

— Diesmal heißt es NEIN! Ich dachte, das sei vorbei, erledigt, verdaut. Aber alles ist hochgeschossen wie ein Geysir. Ein stummer Vulkanausbruch. Eine Implosion.

Da plötzlich: Kling! Jetzt fällt’s mir wieder ein! Stimmt ja… das hatte ich auch vergessen… Ich fange die Gefühle der anderen auf, ganz ohne mein Wissen und aus freien Stücken, wie ein Radar mit Fernempfang. Aber ist das jetzt meine Wut oder seine? Egal, sie muss raus, sonst explodiert die glühende Lava! Das Beben ist so heftig, dass es meinen Gefühlen von damals zu entsprechen scheint. Ich muss zugeben: Ich war verrückt nach ihm! VERRÜCKT!

Kapitel 1 des Romans Die Hängematte und die Kolibris: Coraline lacht breit im Moment der Erleuchtung; neben ihrem Kopf geht eine Glühbirne an — sie hat gerade beschlossen zu schreiben

NOCHMAL BUMM! Erleuchtung! Ich werde schreiben! Meine Heldinnenreise… oder meine Holdinnenreise? Beides, ehrlich gesagt! Alles wird zum Lachstoff: die XXL-Antenne, die Saga in den Bergen, der Zufallsmodus aktiviert… Ich verwandle mein Chaos in eine kreative Goldmine. Erschaffen befreit mich!

Kapitel 1 des Romans Die Hängematte und die Kolibris: Coraline, lange kastanienrote Haare, beugt sich lächelnd über ein großes aufgeschlagenes Buch und schreibt ihre Widmung; der Wikinger steht neben ihr, in wassergrünem Hemd, die Hände gefaltet, in goldenem Licht

Siebenundvierzig Kapitel später… Geheilt, nicht verbittert. Ich habe verziehen, ich bin frei. Mein Motto: Erlebt, belacht, davon gelebt! Und so sprudle ich vor Freude bei dem Gedanken, mein kleines Büchlein zu veröffentlichen: Die Hängematte und die Kolibris. Falls ich ihm also zufällig wieder über den Weg laufe, kann ich ihm immer noch ein Exemplar signieren:

Danke, mein angebeteter Wikinger, ich habe herzlich gelacht, und das ist alles Gold der Welt wert!
Weißt du, dass es „den Wikinger“ nie gegeben hat?
Coraline.


Drei Jahre später…

Sonntag ist Showtime!

Der Journalist — Willkommen bei Sonntag ist Showtime! Wir melden uns live aus Palmeria, vom Konzert zum Erscheinen des Romans Die Hängematte und die Kolibris. Bis es 19 Uhr ist, gibt es ein Exklusiv-Interview: die Autorin und ihre Romanfigur. Eine Premiere, wir sind mächtig stolz! Die beiden sind für Sie hier auf der Bühne, aus Fleisch und Blut, oder besser gesagt: aus Tinte und Papier! Ich habe die Ehre, Coraline Goldman und ihren berühmten WIIIIIKINGER zu begrüßen! Einen Riesenapplaus!

Das Publikum — (tosender Applaus, Freudenschreie voller Liebe)

Der Journalist — Guten Abend, ihr zwei!

Die Autorin — Guten Abend, danke, dass ihr so zahlreich gekommen seid!

Der Wikinger — Guten Abend.

Das Publikum — WIR LIEBEN DICH, WIKINGER!!!

Der Wikinger — Danke! Was für ein Publikum!

Die Autorin — Unwirklich. Ich hatte vergessen, was für eine Wirkung du hast.

Der Journalist — Dann kommen wir gleich zur Sache. Was für eine überraschende Widmung! Und ganz ohne Hintergedanken… Wie hast du reagiert?

Der Wikinger — Meine Anwälte prüfen das gerade.

Die Autorin — Keine Sorge, der echte Wikinger ist ein Mythos. Er hat nicht gelitten.

Der Wikinger — Bedauerlich! Anscheinend habe ich dein Buch überlebt… aber nicht deine Tantiemen.

Der Journalist — Da ihr beide hier seid, nehme ich an, dass eure zufällige Begegnung stattgefunden hat. Wie lief sie?

Der Wikinger — Tja, eines Tages höre ich jemanden hinter mir rennen. Ich drehe mich um, und da sehe ich sie: knallrot, keuchend, völlig zerzaust, kurz vorm Abnippeln. Mit zitternder Hand hält sie mir ihr Buch hin, verzweifelt, als wäre es ihr letzter Wille.

Der Journalist — Und wie hast du reagiert?

Der Wikinger — Ich war überrumpelt. Ich wusste, dass sie es unbedingt schreiben wollte. Genau das hatte ich befürchtet, wie wir alle übrigens. Ich dachte, sie schafft es nicht. Und vor allem: dass sie sich nicht traut. Aber dann hat sie es tatsächlich getan! Das hat mich überrascht. Ich habe mir große Sorgen um ihre geistige Gesundheit gemacht, denn sie liegt mir sehr am Herzen!

Die Autorin — Gib lieber zu, dass du Todesangst hattest, ich könnte deinen Ruf ankratzen.

Der Wikinger — Ich weiß nicht, wie du darauf kommst.

Der Journalist — Ihrem Buch lag wohl eine ziemlich verstörende Notiz bei. Kannst du uns vorlesen, was draufstand?

Der Wikinger — Wenn du darauf bestehst… (er zieht einen Zettel hervor und setzt seine Brille auf)

„Mein Held ist ein Mittfünfziger mit umwerfendem Charme. Eitel, kontrollsüchtig und leicht angekokelt. Ich dachte, du wärst perfekt für die Rolle.“

Sie war sehr direkt. Das musste ich erst mal schlucken. Aber ich bin ein Gentleman, ich habe darüber hinweggesehen. Ich habe lieber die Mafia-Methode angewandt und ihr gesagt:
— Erst zahlen! und ihr dabei den Zeigefinger umgedreht. Dann habe ich dafür gesorgt, dass mein Handlanger sie beschützt. „Die Axt“ ist ein ganz harter Hund, bei ihm ist sie sicher. Und so bin ich, ihr zuliebe und aus reinem Mitgefühl, gekommen, um ihr bei der Werbung für ihren Roman zu helfen: Der Wikinger und ich.

Der Journalist — Du meinst Die Hängematte und die Kolibris?

Die Autorin — Bingo! Nichts geht über Zweisamkeit, wenn man seine inneren Konflikte auspacken will…

Der Journalist — Und warum hast du dir ihr Profil angesehen?

Der Wikinger — Weil sie mir am Herzen liegt! Ich war wirklich besorgt. Sie war sehr krank! Sie hatte überall im Gesicht Fieberbläschen, das war unerträglich anzusehen, ein Graus! Sie war ansteckend, also habe ich sie aus der Ferne überwacht, um ihr Fieber zu messen…

Die Autorin — Wie rührend! Ehrlich gesagt: „kontrollsüchtig“ ist genau das richtige Wort für dich! Es ist stärker als du, du kannst nicht anders!

Der Journalist — Am Ende fing also alles mit einem simplen Klick auf LinkedIn an?

Die Autorin — Genau. Ich habe mir die humoristische Kontrolle über mein Leben zurückgeholt, ohne seine Genehmigung!

Der Wikinger — Dieser Ton gefällt mir nicht! Pass auf, was du sagst, sonst verklage ich dich.

Die Autorin — Ja, ich weiß, was du nicht willst, ist, dass man sich über dich lustig macht, die Leier kennen wir! Aber ich beruhige dich sofort: Alle Figuren in diesem Roman sind frei erfunden. Du kannst ruhig schlafen… und dir deinen Schadenersatz abschminken.

Der Wikinger — Diese Frau ist niederträchtig, sie benutzt mich, um reich zu werden!

Die Autorin — Reine Vorsichtsmaßnahme. Ich schütze mein Urheberrecht. Das habe ich vom König des Handels gelernt, alias Vik der King, der mich aus meinem Job hat feuern lassen und mir das Einkommen gestrichen hat… Oh, pardon, ich schweife ab… Wie war noch mal die Frage?

Der Journalist — Was hat dich zum Schreiben gebracht?

Die Autorin — Das unbändige Bedürfnis, meine Wut zu kreativem Kompost zu recyceln. Sehr umweltfreundlich.

Der Wikinger — Du hättest lieber ein eiskaltes Bier trinken sollen, zum Runterkühlen! (Die Axt kommt näher.)

Die Autorin — Ist das eine Drohung? Tut mir leid, dich zu enttäuschen, aber ich habe mich fürs Erschaffen entschieden, nicht fürs Zeche-Zahlen! Außerdem liegt mir Drama nicht besonders. Wenn ich mich zu ernst nehme, langweile ich mich zu Tode.

Der Wikinger — Da bin ich anderer Meinung. Du hast diese angeborene Gabe, gleichzeitig witzig und sehr anziehend zu sein, vor allem für Katastrophen! Aber du denkst zu viel nach. Das ist übrigens ganz rührend, weil du dich ganz allein in deinen Hirngespinsten verläufst. Neulich hat Die Axt einen ganzen Tag gebraucht, um sie zu finden, er hat ihr Haus vom Keller bis zum Dach auf den Kopf gestellt. Sie lag in ihrem Garten, seelenruhig, und träumte in ihrer Hängematte. So schreibt sie anscheinend. Sie wacht mit einer Idee auf, so einschläfernd wie nur möglich. Zum Glück bin ich da, um ein bisschen Leben in ihr Wiegenlied zu bringen!

Der Journalist — Coraline, warum liebst du deine Hängematte so sehr?

Die Autorin — Sie ist meine Schutzzone, kein Open Space. Dort tanke ich auf, dort verwandle ich meine Ängste in Lachen. Dort ist mein Roman entstanden: Hängematte, Kolibris und Freiheit! Der Rest kann warten!

Der Wikinger — Ja nee, is klar. Du wolltest doch immer schon „der Star“ sein, gib’s zu.

Die Autorin — Unmöglich, die Rolle hattest du ja schon besetzt.

Der Wikinger — Logisch, ich bin ein Halbgott…

Die Autorin — Vielleicht habe ich dich ja deshalb ausgesucht? Stimmt schon, ich hatte immer diesen etwas absurden Traum, mein Leben in einen Roman zu verwandeln. Dann könnte ich vielleicht endlich die etwas verrückte Idee begraben, eine Tanzschule zu eröffnen, denn Tanzen ist meine zweite Natur: Ich stelle mir keine Fragen, ich folge dem Flow, ich stampfe mir den Kopf frei. Angeblich wäre ich eine ziemlich sexy Tänzerin, heißt es.

Der Wikinger — Kann ich bestätigen. Aber ich bin dein emotionaler Katalysator. Du solltest mir übrigens danken! Du hast ja gar keine Wahl: Mir verdankt dein Buch seinen Erfolg!

Die Autorin — Stimmt, ich habe gar keine Wahl… vor allem, seit Die Axt mich beschützt!

Der Wikinger — Ich kümmere mich um dich, und so dankst du es mir!

Die Autorin — Danke wofür? Dass du mich im Auge behältst? Ich bin doch keine Belastungszeugin auf Bewährung!

Der Wikinger — Aber ist dir klar, dass du mir eines Tages verzeihen musst, zumal ich mir nichts vorzuwerfen habe?

Die Autorin — Oh, das habe ich längst! Ich weiß, dass du nicht böse bist, nur verletzt…

Der Wikinger — Ich weiß nicht, wie du darauf kommst?

Die Autorin — So British! Du hast so viele Schutzschichten, dass man kaum zu dir durchdringt. Aber korrigier mich, wenn ich mich irre: Deinen letzten Satz hast du dir doch selbst ausgesucht, oder?
— I close the book definitely!

Der Wikinger — Irgendwann musste ich ja mal einen Schlusspunkt hinter meinen Satz setzen!

Die Autorin — Und du hast ein Ausrufezeichen genommen! Warum wundert mich das nicht?… Tja, ich habe dir einfach geantwortet, mit leichter Zeitverschiebung…
— Fine. I’m opening the book you’ve just closed… To tell my truth.

Der Wikinger — Zu spät. Alte Akten werden nicht wieder aufgemacht.

Die Autorin — Besser spät als nie! Und keine Sorge: Ich habe aufgehört, dich zu lieben, aber nicht, das Leben zu lieben! Amor hat mehr als einen Pfeil im Köcher, mein kleines Herz schlägt weiter, das liegt in seiner Natur.

Der Journalist — Ich habe gelesen, dass du Szenen einfach so hinwirfst, wie sie kommen. Stimmt das?

Die Autorin — Ich schreibe eher meine Gefühle auf, so wie die Erinnerungen zurückkommen, also ein bisschen nach dem Zufallsprinzip, ich geb’s zu, vor allem seit dem großen Reset. Dann ermittle ich. Ich versuche, die unsichtbaren Fäden zu entwirren, um zu sehen, was dahinter läuft… und irgendwie durchzublicken. Aber manchmal ist meine innere Stimme das reinste Chaos. Dann schlafe ich ein bisschen entmutigt ein, und nach einer guten Nacht sehe ich oft klarer.

Der Wikinger — Du meinst, du tappst im Dunkeln!

Die Autorin — Ein bisschen, ja, zugegeben. Ich folge dem, was mich gerade anzieht. Ich muss die Logik nicht sofort verstehen. Ich vertraue meinem Bauchgefühl.

Der Wikinger — Das erklärt alles!

Der Journalist — Allerdings, es ist noch ein bisschen verworren… Übrigens, du lädst die Leser auch zum Mitmachen ein?

Die Autorin — Ja, beim Preis der Seele und des Lächelns*. Dafür muss man nur seine Lieblingsfigur auswählen, witzig und tiefgründig zugleich. Vielleicht eine Gelegenheit, ein paar Perlen wieder auszugraben!

Der Journalist — Wenn es dich nicht stört, stell dich doch selbst vor und kündige an, wie es weitergeht…

Die Autorin — Mit Vergnügen! Nun, ich fürchte sehr, ich bin die Autorin des Romans Die Hängematte und die Kolibris… Und jetzt muss ich euch leider mitteilen, dass wir ein paar Auszüge aus meinem Buch durchgehen werden, auf die ich nicht besonders stolz bin.

Der Wikinger — Und das aus gutem Grund!

Ein Gratis-Roman zum Online-Lesen: bio, recycelt, ideal zum Feuermachen in langen Winternächten. Er verwandelt Chaos in eine kreative Goldmine, Ängste in Lachen und Leser in Schöpfer. Zero Waste. Sehr umweltfreundlich.

Themen dieses Kapitels

Therapeutisches Schreiben · Erschaffen, um sich zu befreien · wenn der Ex dich in den sozialen Netzwerken beobachtet · Wut nach der Trennung · Nein sagen zum Ex · die Heldenreise