← Auf Französisch lesen · Read in English · Leer en español · Leggi in italiano
Die Hängematte und die Kolibris. Ein Roman von Karine BaridonKapitel 22 —
Winzi-Würmchen und das kleine Knöpfchen
Mottos
Nichts für Kinder… es sei denn, man macht welche.
Alexandre Astier — Kaamelott
Aber was soll ich denn ohne Marzipan machen?!*
Der Text
Arbeitsübersetzung, wird noch von Muttersprachlern gegengelesen.
Gott hat gesagt „Man muss alles teilen“. Die Natur hat verteilt, wie Coluche sagt*! Mit der Männlichkeit ist es wie mit dem Kaffee: Manche sind kräftig, andere entkoffeiniert.
Und man muss die Dinge ja beim Namen nennen… Mit seiner nordischen Herkunft, vom ewigen Kampf gegen Regen, Wind und Schnee in seiner weiten Tundra, hat sich der Wikinger über Generationen angepasst. Er hat durchgehalten! Er ist zu diesem muskulösen Riesen geworden, der es mit dem Meer aufnimmt.
Also hat er aus reinem Überlebensinstinkt irgendwann seine Windangriffsfläche verkleinert, und jetzt hat er nur noch einen Winzi-Willi. Na klar! Er hat ihn versteckt, zusammengepresst, eingeklappt, damit er sich nicht erkältet. Iglu im Taschenformat. Und wenn ich diesen Roadtrip bis zum Nord Ultima mache, kriege ich Frostbeulen am Bürzel, und das ist die reine, kalte Wahrheit, ich würde sogar sagen: gefroren! Wenn nicht tiefgefroren!
Also, was bleibt mir da als Entschädigung* bei minus 30°? Sein haarender Big Dog als Heizdecke? Und dabei habe ich nicht mal mehr Mandelmus… Aber was soll ich denn ohne Mandelmus machen? Denn sein tirt*, sein kleines zitterndes Zipfelchen, wird mich bestimmt nicht beeindrucken.
Ich habe schon mein kleines Lustschild, ich muss mir nicht im Hohen Norden den Hintern abfrieren, um mit meinem kleinen heiligen Juwel zu spielen. Wenn er also mit Nachdruck sagt:
Er — Ich bin nicht extravagant, ich bin ausdrucksstark. Das ist was anderes.
Ich — Ja, mit einem Hauch Übereifer vielleicht?
Er — Bist du eifersüchtig?
Ich — Nein, du bist treu. Ich vertraue dir, my love!
Ich denke — Selber eifersüchtig!
Manche sind diskret und gut bestückt, andere haben drak-cars in XXL mit Vollausstattung, als Ausgleich. Aber das kann ich ihm nicht sagen. Das wäre nicht nett.
Und überhaupt kommt es nicht auf die Größe an, auch wenn sie helfen kann. Es kommt vor allem darauf an, damit umgehen zu können, das Vorspiel zu beherrschen und in die Verlängerung gehen zu können.
Wenn er wüsste… In meiner Jugend, also gestern quasi, kannte ich einen Heli-tirt der Spitzenklasse, der zu jeder Unzeit „Wir sind nicht müde!“ sang. Am Vorabend einer Premiere, an Spielabenden, an Feiertagen, am Morgen nach einer Tour, das ist gut für die Regeneration. An K.-o.-Tagen, um gut zu schlafen, an Blues-Tagen, um sich zu trösten, und natürlich jedes Mal, wenn sich die Gelegenheit bot, sich unter der Bettdecke zu versöhnen.
Kurz und gut, jeden Tag, um in Form zu bleiben, eine Frage der gesunden Lebensweise! Das ist wie mit Wasser, man muss mehrmals am Tag trinken, um genug Flüssigkeit zu bekommen. Also wird mich sein kleiner Zauberstab „Winzi-Würmchen“ bestimmt nicht eifersüchtig machen. Aber das kann ich ihm nicht sagen. Das kränkt ihn, den Armen.
Außerdem kann er nichts dafür, dass er nicht das Format hat, er spielt einfach nicht in derselben Liga, das ist alles. Man muss realistisch bleiben. Der eine spielt als Amateur, der andere als Profi und ist im Ruhezustand schon 3-mal so groß, also stell dir das erst mal beim Bankdrücken vor!… Man muss auch sagen, der Mann von der freiwilligen Feuerwehr ist unermüdlich. Er hat so viel trainiert, dass er mehrmals am Tag ausrücken kann, bei Tag wie bei Nacht: spontanes Festival, Vorstellung, Zugabe, Standing Ovations… Aftershow, nach der Show, es hört nie auf und am Morgen nach der Party geht es live weiter!
Nein, der kleine Riese hat keine Chance. Er hält nicht lange durch. Du legst ihn hin, er gibt sein Bestes und schläft sofort ein. Mal ehrlich! Wenn dich eine Serie in Atem hält, kannst du die nächste Folge kaum erwarten, nur um zu wissen, wie es weitergeht. Den Kurzfilm zappst du weg, viel zu kurz! Du hast keine Zeit, die ganze Psychologie der Figur zu spüren, die Vielfalt ihrer Stellungnahmen, die Feinheit der Gefühle… Das Ende lässt dich unbefriedigt zurück, selbst mit einer guten Pointe ist es fad.
Das Presslufthammer-Würmchen, zwei Klapse auf den Po und ab ins Bett, schlafen: Das ist ja ganz nett für fünf Minuten, aber mich bringt das nicht zum Träumen! Also, auch wenn ich einen Körper zum Verrücktwerden habe, lese ich lieber ein gutes Buch mit Ohropax, damit ich ihn nicht schnarchen höre, sonst fange ich an zu grübeln. Kurz, man kann nicht alles haben! Und ich dachte, das ginge proportional zur Körpergröße! Tja, nix da! Völlig daneben!… Wenn er mir also sagt:
Er — Ich bin sehr treu, ich habe meine Frau nie betrogen…
Stimmt, und ich verstehe auch, warum! Ihm fehlen die Mittel, dem Armen. Zum Glück für ihn ist er nur eine Romanfigur, die nie lesen wird, was ich geschrieben habe, sonst würde ich ihm sagen: „Entschuldige, nimm das nicht persönlich. Wie meine Mutter sagt, ist nicht alles wahr, was geschrieben steht. Man darf nicht alles wörtlich nehmen. Jetzt ist der Moment, die Neuronen wieder anzuschließen, um sich daran zu erinnern, dass ich von einer erfundenen Figur spreche. Sonst wirft man mir nachher noch vor, ich sei eine Kastriererin, und dann geht es los mit jahrelanger Therapie… Oder jahrelangen Prozessen.“
Aber wie auch immer: Während ich Symphoniekonzerte gab, übte der Kleine noch Tonleitern. Und ehrlich gesagt ist es gar nicht das, was mich aufregt. Eigentlich denke ich mir: Andere anzulügen ist schon hässlich. Aber sich selbst anzulügen ist schlimmer! Ist doch so! Ich an seiner Stelle würde eher sagen:
Er — Ich bin sehr treu, ich habe mich nie erwischen lassen!
Feiner Unterschied! Denn er führt ein Doppelleben. Er ist mit dem Bier verheiratet. Und in Sachen Treue ist er da wirklich tadellos! Nein, ehrlich. Er hat ein Talent dafür! Keine Flasche widersteht ihm. Im Handumdrehen lässt er ihr den Kronkorken springen. Sie schäumt sofort über. Man muss sagen, mit seinem Training ist er unermüdlich geworden. Er ist der Champion im Schwergewicht. 3 Stunden 33 Kampf und immer noch im Ring. Er hält durch, er schwankt, aber er bleibt stehen, ohne mit der Wimper zu zucken. Wenn er also sagt:
Er — Ich habe meine Frau immer geliebt…
Stimmt. Er ist dem Bier sehr treu, und da ist er wenigstens glaubwürdig! Deshalb ruft er mich jeden Abend an, so kann er mit ruhigem Gewissen trinken und tief und fest schlafen. Ach, wenn Bierflaschen reden könnten… An seiner Stelle würde ich ihnen sagen, sie sollen den Mund halten. Nur weil ich nichts sage, heißt das nicht, dass ich mir nichts denke. Ich sehe vielleicht naiv aus, aber ich bin bloß höflich, das ist alles! Hinterher habe ich noch mal an seine großen Reden gedacht:
Er — Ich liebe die Treue…
Ich — Ach ja, vor allem meine! … zur Enthaltsamkeit! Und seine! … zum Alkohol!
Wenn er mir dann sagt — Ich bin nicht maßlos, ich bin vollkommen.
Ich — Na klar! Sternhagelvoll, Vollalkoholiker. Er hat das „Voll“-Paket der Saga: „Leidenschaften und Traumata“, in 8 Staffeln. Von der Kritik gefeiert: „Atemlos, emotionaler Looping. Bitte anschnallen!“
Eines Tages habe ich mir gesagt — Früher war ich naiv! Jetzt weiß ich Bescheid. Einem Mann, der der Flasche treu ist, kann man nicht vertrauen. Man muss Grenzen setzen, und genau das habe ich getan! Ich bin gegangen (zack!). Na gut, okay, gleich nachdem er mich verlassen hatte. Vielleicht bin ich deshalb ein bisschen gereizt.
Seitdem habe ich übrigens mit süchtigen Männern aufgehört. Na gut, ich habe mit Männern überhaupt aufgehört. Aber das ist nicht meine Schuld! Einen wirklich treuen Mann gibt es… aber man bekommt ihn ganz selten zu sehen.
Entweder ist er schon vergeben, oder er lebt in einem Märchen, einer RomCom oder einem Musical, ist doch dasselbe! Und dann wirft man mir vor, dass ich romantische Komödien liebe! Entschuldige mal, aber ich werde den Mann, der da kommt, anbeten, wenn er auch so sexy und treu ist! Ich unterschreibe sofort!
Man muss sagen, das ist wie ein trockener Süchtiger oder ein ausgeglichener Wikinger: schwer zu finden. Aber gut, ich verzweifle nicht. Ich trinke nicht, ich rauche nicht, Liebe mache ich übrigens auch keine, ich bin wie Guinevere in Kaamelott:
— „Die Dinge des Lebens, da setze ich mich drauf. Und das meine ich im übertragenen Sinn.“*
Entschuldigung, wenn ich vulgär bin, aber ich habe aufgehört, mich v… verschaukeln zu lassen! Tut mir wirklich leid, wenn ich ordinär werde, aber manchmal muss man halt Dampf ablassen! Keine Sorge, das geht vorbei. Denn schließlich ist es in einer „normalen“ Beziehung „normal“, einander zu vertrauen! Einen Versuch ist es trotzdem wert, oder? Beschlossen: Morgen fange ich damit an!
So, da bin ich. Heute ist morgen! Das ist das Glück! Ich bleibe mir selbst treu, die Höhen und Tiefen sind mir „schnurzpiepegal“, ich handle weiter mit Vertrauen, selbst wenn ich Angst habe… äh… vor allem, wenn ich Angst habe, eigentlich.
Ich gebe zu, ich habe Angst, meine Eltern zu verlieren. Allein dazustehen. Alte Jungfer. Schon das Wort mag ich nicht, es erinnert mich an eine alte Socke mit Loch! Also bleibe ich mir selbst treu und mein Schatz wird folgen… Hoffe ich jedenfalls!
Ich — Schwester Anna, siehst du niemanden kommen?*
Schwester Anna — Doch, doch, ich sehe: Solange du die Nase nicht aus deinem Buch hebst, ist die Chance gering, dass er dir vom Himmel vor den Bildschirm fällt, dein Märchenprinz!
Wie Mama sagt — Du musst in die Gänge kommen!
Und wie Papa sagt — An die Arbeit!
Und wie meine Schwester sagt — Nur keine Eile, es brennt ja nicht! Er kommt, wenn du am wenigsten damit rechnest!
Ich — Ja, was denn nun? Na gut, ich improvisiere, wie immer, und das wird schon! Kismet!
Sonntag ist Showtime!
Der Journalist — Du gehst nicht gerade zimperlich mit ihm um.
Der Wikinger — Du bist eine Kastriererin, darum bist du allein.
Die Autorin — Ja, eigentlich dreht sich unser ganzes Gespräch ein bisschen darum, oder? Kleine Dinge aussprechen, die uns peinlich sind und an die wir jeden Tag denken. Stimmt schon, deinen tirt schrumpfen zu lassen war absurd und unangebracht, ich bedaure meine Ungeschicklichkeit, auf die ich nicht sehr stolz bin. Ich schäme mich zutiefst (sagt sie lächelnd).
Der Wikinger — Das liegt daran, dass du ein altes, frustriertes Lästermaul bist, dem es an Libido fehlt!
Die Autorin — Schön wär’s! Aber das ist Fiktion, also sage ich, was ich will. Im echten Leben bin ich netter, oder feiger! Oder vielmehr liegt es vielleicht daran, dass ich mich mit der Feder für deine frauenfeindlichen Witze räche, angefangen mit diesem absurden Spitznamen, den du mir verpasst hast.
Der Wikinger — Das liegt daran, dass du eine „stupid french woman“ bist.
Der Journalist — Und was steckt hinter diesem Wutanfall?
Die Autorin — Ehrlich? Es ist traurig, aber weder der Wikinger noch der Wettkampf-tirt waren der reinen Liebe treu, die mein kleines gebrochenes Herz ihnen entgegengebracht hat… zu Unrecht übrigens. Also bin ich ein bisschen verbittert, dass ich allein bleibe und meine eingebildeten Erinnerungen verarzte. Oder vielleicht war ich ein klitzekleines bisschen gekränkt, dass du mich fallen gelassen hast, nachdem du mich ausgepresst hattest wie eine Zitrone, genau in dem Moment, als ich an meine Grenzen gekommen war…
Der Wikinger — Stimmt, es ist bestimmt nicht immer leicht, Elinor Dashwood* zu sein, die von allen Vergessene.
Die Autorin — Vielleicht habe ich deshalb meine Geigen mitgebracht: Wenn ich schon das Opfer spiele, dann wenigstens mit Musik, sie besänftigt die Gemüter. Sie hat mich schon immer beruhigt.
Der Journalist — Zum Beispiel?
Die Autorin — Fix You*, die Version von Jacob Collier im Konzert mit Chris Martin. Wenn ich diese Zuschauer sehe, die so gerührt mitsingen, dann sind sie die Stars! Und vielleicht berührt mich der Text auf gewisse Weise, weil ich mir gewünscht hätte, dass der Wikinger mir beisteht. Denn Liebe und aufrichtige Aufmerksamkeit, selbst unvollkommen, sind in Momenten der Not unendlich viel wert.
Der Wikinger — Jetzt, wo du die Stimmung runtergezogen und dir alles von der Seele geredet hast: Besteht eine Chance, dass du mir verziehen hast?
Die Autorin — Oh, das habe ich getan, um meinen Frieden zu haben, ganz schön egoistisch! Und ich habe sofort mein Temperament einer fröhlichen Lerche wiedergefunden, und meine Libido gleich mit! (Hoffe ich jedenfalls.)
Der Wikinger — Das liebe ich an dir, immer noch so charmant. Auf deine Art eben, ein bisschen katastrophal.
Die Autorin — Aber sag mal, ehrlich, was hältst du von dem Roman, hat er dich berührt?
Der Wikinger — Im Ernst? Ich frage mich, wie du es schaffst, dir in so einem kleinen Büchlein alle zu Feinden zu machen! Das ist sehr mutig und kühn… oder eher leichtsinnig und tollkühn! Denn du brichst alle Regeln, weißt du?
Die Autorin — Wie meinst du das?
Der Wikinger — Es ist ein Kammerspiel, ganz dem Konflikt gewidmet, in dem sich alles in einem drak-car abspielt, mit zwei Antihelden. Du behandelst deprimierende Themen, die niemanden interessieren, außer Lebensmüde. Und zu allem Überfluss schrumpfst du meinen tirt auch noch auf die Größe von Spirulina. Du musst wirklich blind sein, um zu glauben, dass das funktioniert! Außer dich wegen in Stein gemeißelter Beleidigung zu verklagen, fällt mir nichts ein.
Die Autorin — Aber du hast doch gesagt, mit dir als Held würde es funktionieren!
Der Wikinger — Genau, ich bin der Einzige, der dich retten kann, ich bin wirklich deine letzte Chance!
Die Autorin — Hm, das liegt auf der Hand… Aber ich bin neugierig: Hat dir unsere gemeinsame Zeit gefallen?
Der Wikinger — Nun, ehrlich gesagt, ich habe keinerlei Erinnerung mehr daran. Oder eine sehr verschwommene, ja und nein. Es war sehr seltsam, als steckte ich irgendwo fest zwischen deinem ungeschickten Charme und deiner schlichten Ungeschicklichkeit. Und irgendwie stimmt beides. Du hast diese etwas unbequeme, etwas zögerliche Energie. Aber genau das macht dich rührend… Soll ich weiter Theater spielen?
Die Autorin — Unbedingt, nur zu, schmeichle mir, ich liebe das.
Der Wikinger — Mal im Ernst, ich würde gern verstehen, warum du glaubst, mich so gut zu kennen? Besser als ich mich selbst, wie es scheint? Wo du doch nicht weiter von der Wahrheit entfernt sein könntest?
Die Autorin — Oh, als Autorin interessiert mich nicht die Wirklichkeit, sondern die Fiktion. Also erforsche ich weiter mein Schreiben, beschreibe deine Widersprüche. Ich sehe dich in 3D in meinem Kopf und lasse die Tinte einfach fließen. In solchen Momenten geschieht der Zauber.
Der Wikinger — Tut mir leid, dich zu enttäuschen, aber unser katastrophales Abenteuer hatte keinerlei schädliche Folgen für mein Glück. Du dagegen bist ganz schön mitgenommen, Baby! Das liegt daran, dass du zu viel denkst. Lebe! Die Zeit vergeht. Aber da du meinen tirt öffentlich kritisiert hast, weiß ich nicht, wie weit du noch gehst. Also warne ich dich: Wenn du meine Karriere ruinierst, kann ich dir gleich sagen, dass Die Axt dich nicht mehr loslässt! Ich werde einen Kriegstribut von dir fordern, weil du das Wappen der af Haldorholm beschmutzt hast, und du wirst blechen!
Die Autorin — Aber vor 10 Minuten hast du noch das Gegenteil gesagt! Das wirst du nicht tun, denn das hieße, dass du dich wiedererkennst! Und es würde mich wundern, wenn du das zugibst! Jetzt hab ich’s! Was ist der Trick? Die Rückkehr von Mr. Hyde*!?
Der Wikinger — Nein, so etwas habe ich nie gesagt, Gott bewahre!
Die Autorin — Wer ist dieser „Gott“? Muss ich dir alles aus der blutigen Nase ziehen? Hast du Drohungen von der Hohen Behörde der Gipfel bekommen, ist es das? Hat dich das Tribunal der Wikingerkrieger angerufen? Sag mir, wer es ist!
Der Wikinger — Das ist eine Redewendung.
Die Autorin — Dann ist auf dein Wort ja kein Verlass! Warum? Ärgert es dich, dass ich diesen Roman geschrieben habe?
Der Wikinger — Weißt du, dass du anstrengend bist? Hör auf mit deinem Film! Wie willst du vorankommen, wenn du ständig zurückschaust? Lass die Vergangenheit los, sonst lässt sie dich nicht los!
Die Autorin — Und das sagst ausgerechnet du! Mit deinen Seeungeheuern und deinem Krieg der Verbrannten Lande in Dauerschleife, wie TeleKata 24/24 7/7! Und ich komme voran, der Beweis: ein Buch und ein Film!
Der Wikinger — Ach ja, in deinem Roman! Aber ich habe inzwischen, im echten Leben, 1 Haus gekauft, alle Arbeiten selbst gemacht, ich habe 3 Hunde. Und wer sagt dir, dass ich meine Ex-Frau nicht wieder geheiratet habe?
Die Autorin — 3 Hunde und 1 Frau, und noch dazu in dieser Reihenfolge! Wie schmeichelhaft für sie.
Der Wikinger — Na und, dazu stehe ich! Wenn du wissen willst, was bedingungslose Liebe ist, schaff dir einen Hund an! Frauen, das ist Liebe unter Vorbehalt!
Die Autorin — Stimmt, der Hahn macht die Hühner von seinem Misthaufen herab klein, da braucht es viel Gefieder, um seinen Mini-tirt auszugleichen. Du wirfst mich mit einem Amboss ins Wasser, aber keine Sorge, das Buch ist schon draußen, du hast schon Fans, also: Scheibenkleister!
Der Wikinger — Na also, geht doch! Klappt jedes Mal! Ich liebe es, dich wütend zu machen, das entspannt mich. Übrigens hatte ich viel Spaß mit deinem Wikinger. Er ist genial, ich liebe ihn. Und weil ich in echt besser bin, habe ich ihn beim Spielen verbessert.
Die Autorin — Ach, ist es so weit? Kommst du wieder zur Vernunft?
Der Wikinger — Ich lasse dich doch nicht allein Erfolg haben, wo doch „Ich“ der Schlüssel zu deinem Erfolg bin!
Der Journalist — Und was schlägst du dem Leser vor?
Die Autorin — Die glorreichen Sätze aus einem anderen Blickwinkel zu zeigen*. Aber trotzdem aufzupassen: Ein Wikinger kommt selten allein…
* Tirt: sein kleines zitterndes Zipfelchen. ↩
* Danke, Alexandre Astier! Die Szene aus Kaamelott ↩
Ein Gratis-Roman zum Online-Lesen: bio, recycelt, ideal zum Feuermachen in langen Winternächten. Er verwandelt Chaos in eine kreative Goldmine, Ängste in Lachen und Leser in Schöpfer. Zero Waste. Sehr umweltfreundlich.
Themen dieses Kapitels
Kleiner Penis · kommt es auf die Größe an · Treue in der Beziehung · mein Partner trinkt zu viel · Angst vor dem Alleinsein · auf den Traumprinzen warten